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Das Hochhaus Giraffe im Berliner Hansaviertel unweit des Tiergartens wurde 1957 errichtet. Das Wohngebäude war damals ein Symbol für Berlins Erneuerungswillen und entsprach den damaligen Vorstellungen moderner Wohnraumgestaltung. Im Zuge der Neugestaltung des Hansaviertels, welches nach dem Zweiten Weltkrieg weitestgehend in Trümmern lag, wurde das Punkthochhaus zum Vorreiter des architektonischen Stadtquartierskonzepts.

 

Inzwischen steht das Wohnhaus nach den Plänen der Architekten Klaus Müller-Rehm und Gerhard Siegmann unter Denkmalschutz. Der Bau, der nach der sogenannten Allbeton-Methode errichtet wurde, verfügt über 17 Geschosse und insgesamt 164 Einzimmerwohnungen mit schmalen Balkons. Der Hochhauskomplex folgte der damaligen Anforderung, auf kleinster Fläche möglichst viel Wohnraum zu realisieren, und ist damit ein Zeitdokument für die steigende Bevölkerungszahl und die Wohnraumknappheit der Nachkriegszeit.

 

Gestaltung und Konzept

 

In Zusammenarbeit mit der Architektin Kristina Wiese wurde SB5ÜNF mit der Restaurierung der Sichtbetondecken und Sichtbetonwände in einer der Wohneinheiten beauftragt. Im Zuge der Umbauarbeiten in der denkmalgeschützten Wohnung wurden alte Farbschichten sowie partielle Verschmutzungen entfernt und Fehlstellen sowie Lunker geschlossen. Darüber hinaus wurden die Oberflächen partiell retuschiert, um ein natürliches, homogenes Erscheinungsbild zu erzeugen.

 

Unsere Arbeiten

 

Die korrodierten Deckenanker, die als Bestandteil des Gestaltungskonzepts sichtbar bleiben sollten, wurden im Zuge der Restaurierung von Korrosionsprodukten befreit und nach konservatorischen Maßstäben behandelt, um sie im Sinne einer Restaurierung für die Zukunft zu erhalten.

 

Eine Besonderheit dieses Restaurierungsprojekts war die Freilegung der filigranen Netzstruktur auf den Sichtbetonwänden. In der Herstellung wurde die Struktur durch Jutematten erzeugt. Um die historische Betonoberfläche zu erhalten und als gestalterisches Element in Szene zu setzen, mussten die feinen Oberflächenstrukturen von mehreren miteinander verbundenen Farbschichten befreit und stellenweise reprofiliert werden. Auf diese Weise wurden Ausbrüche ergänzt, das Erscheinungsbild der Fläche beruhigt und die Bausubstanz in ihrem historischen wie auch handwerklichen Wert erhalten.

 

Restaurierung von Beton und jungen Denkmälern

 

Das Hochhaus im Hansaviertel ist nur eines von zahlreichen jungen Denkmälern, die in den vergangenen Jahren ausgerufen wurden. Genau wie historische Kirchen und Schlösser benötigen auch junge Denkmäler eine fachkundige Betreuung durch Spezialisten, die sich mit modernen Materialien auskennen. Unser Team aus Restauratoren hat sich auf die Restaurierung und den Erhalt von Sichtbeton sowie die ihn umgebenden modernen Materialien spezialisiert und setzt sich mit Leidenschaft für den Erhalt historischer Betonbauten ein. Wir sind davon überzeugt, dass der Erhalt von rezenten und historischen Betonbauten eine Möglichkeit darstellt, um Werte zu erhalten, Ressourcen zu schonen und damit die Umwelt zu schützen.

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