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Das Haus am Schedlberg wurde im Jahr 1820 erbaut und war zum Großteil eingestürzt, als Peter Haimerl auf das unter Denkmalschutz gestellte Waidlerhaus aufmerksam wurde. Durch eine einzigartige architektonische Transformation verhalf der Münchner Architekt dem ehemaligen Austragshaus in die Moderne und setzte mit seinem Ansatz zum Erhalt der Originalsubstanz ein politisches Statement.

 

Konzept und Gestaltung

 

Peter Haimerl sah für das Austragshaus am Schedlberg weder eine volkstümliche Restaurierung noch eine museale Konservierung vor. Stattdessen verwandelte er das traditionelle Blockhaus in ein modernes Monument für die aussterbende Bautradition im Bayerischen Wald. Um die Spuren der Geschichte und die ästhetische Wahrnehmung der ehemaligen Holzkonstruktion zu bewahren, griff der Architekt nur behutsam in die noch vorhandene Bausubstanz ein und ließ Fehlstellen im Bestand durch die Ergänzung mit Beton und Glas bewusst sichtbar. 

 

Maßgeblich für die Ästhetik der wiederaufgebauten Fassade sind die Sichtbetonbalken, die an die Stelle von maroden und verwitterten Balken getreten sind. Die Betonbalken empfinden das bewegte Erscheinungsbild der ehemaligen Ruine nach und bilden, wie der Architekt erklärt, ein ästhetisches Bindeglied zwischen der vorgefundenen Bausubstanz und den verwendeten zeitgenössischen Materialien.

 

„Wir sind auf die Idee gekommen, Sichtbeton einzusetzen, weil wir glauben, dass Sichtbeton dem Holz, gleichzeitig aber auch dem Steinmauerwerk nahekommt und eine Klammer zwischen dem alten und dem neu verwendeten Material bildet“, erklärt Peter Haimerl seinen gestalterischen Ansatz.

 

Unsere Arbeiten

 

In Anlehnung an die Geschichte des Waidlerhauses und seine Umgebung erhielten die Sichtbetonflächen ein raues und sehr ursprüngliches Aussehen, das die Lebendigkeit des Materials und seine Ähnlichkeit zu umgebenden Naturprodukten wie Stein und Holz hervorhebt. Diese unmittelbare Materialität des Betons beizubehalten, während Fehlstellen auf den Sichtbetonflächen ergänzt und retuschiert wurden, war dabei das Hauptaugenmerk unserer Arbeit. Da die strukturierte Schalung aufgrund der baulichen Konstruktion nicht in allen Bereichen des Hauses möglich war, wurden neben der Reprofilierung von Fehlstellen auch strukturelle und farbliche Retuschen an den Sichtbetonelementen vorgenommen.

 

Gleichzeitig wurden sämtliche Maßnahmen auf das Nötigste beschränkt und vorhandene Flächen nur subtil retuschiert, um den natürlichen Charakter der modernen Fassadenelemente zu bewahren und damit eine Brücke zwischen Moderne und Historie zu schlagen.

 

Heute wird das Haus am Schedlberg als ein sogenanntes Denkhaus genutzt und soll unter anderem Architekten und Bauherren als Ort für den interdisziplinären Austausch dienen.

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