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Der Schinkelplatz, benannt nach dem preußischen Baumeister Karl Friedrich Schinkel, liegt mitten im historischen Zentrum Berlins. Rund um den Schmuckplatz zwischen dem Kronprinzenpalais und der Friedrichswerderschen Kirche im Westen sowie der Unterwasserstraße im Osten entstanden in den letzten Jahren zahlreiche Neubauten wie auch Rekonstruktionen zerstörter historischer Bauwerke. Das wohl bekannteste Beispiel ist der Neubau des Berliner Stadtschlosses.

 

Konzept und Gestaltung

 

An diesem stadthistorisch bedeutungsvollen Standort entstand zwischen 2012 und 2016 das Bürogebäude am Schinkelplatz. Nach den Plänen des renommierten Architekturbüros staab architekten sollte die Fassade des Neubaus modern gestaltet werden und sich gleichzeitig mühelos in ihre historische Umgebung einfügen.

 

Das Ergebnis ist eine fein detaillierte Lochfassade aus geschlämmtem Beton, deren Relief an die Bossierung historischer Sockelgeschosse erinnert. In enger Zusammenarbeit mit der Firma RECKLI entwickelten die Planer eine abstrahierte Putzstruktur, die mit zunehmender Geschosshöhe immer feiner wird. Mithilfe individuell hergestellter Matrizen, die rückseitig mit dem Schalsystem verschraubt wurden, erhielt die Fassade schrittweise ihre Struktur.

 

Planung und Ausführung

 

SB5ÜNF war im Rahmen der Herstellung und Gestaltung der Fassade sowohl in beratender wie auch in ausführender Funktion tätig. Bereits während der Planung kamen die Architekten auf uns zu, um die Herausforderungen, die die Herstellung einer solch anspruchsvollen Fassade mit sich bringt, planbar zu gestalten. Gemeinsam mit den Architekten wurde so ein Konzept entwickelt, welches unter anderem eine Übersicht über die zu erwartbaren Mängel enthielt. Dieses Konzept bildete die Grundlage für die Ausschreibung der Rohbauarbeiten. 

 

Aufgrund unserer gründlichen Vorbereitung wurden wir von den Rohbauern im Zuge des Bewerbungsprozesses auch mit der Mustererstellung beauftragt. Das Unternehmen Züblin, für dessen Bewerbung wir ebenfalls ein Muster erstellt hatten und das den Auftrag schließlich erhalten hat, betraute uns letztendlich mit der Nachbearbeitung der Fassadenflächen. 

 

Unsere Arbeiten

 

Gemessen an den hohen technischen und gestalterischen Anforderungen, die die Fassade an Planer und Rohbauer stellte, blieben die tatsächlich auftretenden Mängel dank der gründlichen Vorarbeit und der lückenlosen Kommunikation aller Beteiligten planbar. Ausbrüche und Lunker waren Mängel, die angesichts der ungewöhnlichen Struktur der Oberfläche erwartet waren und daher mit geringem Aufwand behoben werden konnten. Auch die Schalfugen konnten gestützt durch die hohe Qualität der Rohbauarbeiten nach den Vorstellungen der Architekten bearbeitet und retuschiert werden. Mithilfe des Airlessverfahrens wurde abschließend die gesamte Fassade mit einer fein pigmentierten, mineralischen Farbe von KEIM behandelt.

 

Insgesamt wurden auf diese Weise rund 930 Quadratmeter in rund 1.500 Arbeitsstunden bearbeitet.

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