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In unmittelbarer Nähe zur historischen Oberbaumbrücke stand ab 1889 die Berliner Victoria-Mühle. Teil dieses Ensembles war der historische Getreidesilo in der Cuvrystraße. Dieser wurde entkernt und im zeitgemäßen Industriedesign der Jahrhundertwende zu Büroräumen umgebaut und in einen Neubau mit Tiefgarage integriert, welcher das historische Bauwerk von zwei Seiten umschließt.

Wir haben das Bauvorhaben von Februar 2016 bis Mai 2017  begleitet und in den oberen Etagen in den Wohnungen den neuen Beton verschönert – hier wollte man erfreulicherweise einen recht roughen Beton behalten – so mussten wir nur hier und da nacharbeiten: So wenig wie möglich, so viel wie nötig. We love it.

Der Komplex aus ehemaliger Getreidemühle und historischem Senatsreservespeicher beeindruckt mit abwechslungsreichen Innenhöfen und einer Architektur, die sich für Wohnungen und Büros gleichzeitig eignet.

 

Alt und Neu wurde hier komprimiert.

 

Die teilweise noch offenen Einwurföffnungen für Getreide wurden bauseits geschlossen. Um ein einheitliches Bild und einen Übergang von Alt zu Neu herzustellen, wurde anschließend durch uns die Betonoberfläche technisch und ästhetisch wiederhergestellt.

In den oberen Etagen errichtete man Maisonettewohnungen mit krassen Terrassen und schicken Blicken über Kreuzberg und die Spree.

 

Außergewöhnlich und herausfordernd.

 

Ein tolles Detail ist das bunte Treppenhaus. Hier sind die Wände in Sichtbeton mit sägerrauher Oberfläche gefertigt. Der Beton hat einen leichten Grünstich, diese Farbe findet sich in den Geländern wieder und bildet gleichzeitig einen Kontrast zu der roten Getreiderutsche aus Metall im Treppenauge.
Der zwar neu geborene aber historische Beton stellt die Brücke von der alten Rutsche zum neuen Treppengeländer her – unsere Herausforderung war hier, den Beton in das stimmige Bild von Alt und Neu zu integrieren.
Unseres Empfindens nach repräsentiert die abfallende Rutsche den historischen Kontext des alten Kornspeichers – als Reminiszenz an die Einwurföffnungen.
So wird auch hier der Bogen von Alt zu Neu geschlagen.

Eine weitere Herausforderung war die Gestaltung der Übergänge von neuem Beton an den alten Bestandsbeton in der Deckenregion. Beide Formen des Betons sollen als solche wahrgenommen werden, sich aber trotzdem ineinander verzahnen und einfühlen.

 

Nachhaltig.

 

Das neue Berliner Kreativzentrum der Victoria Höfe wird für die Wärmeerzeugung geothermischer Energie genutzt. Die Geothermie sichert den Grundbedarf der benötigten Heizenergie des Gebäudes ab.
Dieses Zusammenspiel ist umweltfreundlich und wirtschaftlich zu gleich.

Dass bei diesem ästhetisch gestalteten Bauvorhaben auch nachhaltig gedacht worden ist, finden wir gut.

 

 

 

 

 

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